Wenn im Herbst die ersten Blätter fallen, beginnt für viele Gartenbesitzer jedes Jahr die gleiche Arbeit: Laub zusammenrechen, entfernen und entsorgen.
Doch muss wirklich jedes Blatt aus dem Garten verschwinden?
Nein. Denn Laub ist nicht grundsätzlich Abfall. An der richtigen Stelle kann es den Boden schützen, organisches Material zurückführen und als natürliche Abdeckung dienen. Auf Rasenflächen, Wegen, Hauseingängen oder anderen stark genutzten Außenflächen kann es dagegen schnell zum Problem werden.
Entscheidend ist also nicht nur, ob Laub entfernt wird, sondern vor allem, wo es liegt und wie viel davon sich ansammelt.

Besonders wichtig ist die Laubentfernung auf Rasenflächen.
Eine geschlossene, länger liegende Laubschicht kann Licht und Luft vom Rasen fernhalten. Gerade bei feuchter Witterung kann dadurch die Rasennarbe geschwächt werden und das Risiko für Pilz- und Schimmelprobleme steigen. Deshalb sollte Laub auf Rasenflächen regelmäßig kontrolliert und entfernt werden.
Gerade während der Hauptzeit des Laubfalls ist es sinnvoll, die Rasenfläche regelmäßig zu kontrollieren. Bei großen Grundstücken oder starkem Laubfall kann das durchaus bedeuten, dass nicht nur einmal im Herbst, sondern mehrmals gearbeitet werden muss.
Eine Möglichkeit ist das Zusammenrechen mit einem Laubrechen. Auf geeigneten Rasenflächen kann Laub auch mit dem Rasenmäher zerkleinert und mit einem Fangkorb aufgenommen werden.
Wer Laub mit einem Rasenmäher und Fangkorb aufnehmen möchte, sollte möglichst einen trockenen Zeitpunkt abwarten.
Trockenes Laub lässt sich in der Regel deutlich leichter aufnehmen. Nasses, zusammengeklebtes Laub kann dagegen schlechter durch das Mähwerk transportiert werden und dort verklumpen.
Gerade bei größeren Rasenflächen kann diese Methode praktisch sein: Das Laub wird gleichzeitig zerkleinert und im Fangkorb gesammelt. Das zerkleinerte Material kann anschließend beispielsweise kompostiert oder – je nach Zusammensetzung und Einsatzbereich – anderweitig im Garten verwendet werden.
Wichtig ist natürlich, dass keine dicke, nasse Laubschicht auf dem Rasen liegt und die Fläche mit dem Mäher problemlos befahrbar ist.
Anders sieht es in vielen Beeten sowie unter Bäumen und Sträuchern aus.
Hier muss nicht jedes Blatt entfernt werden. Eine lockere Schicht Herbstlaub kann den Boden bedecken und nach und nach verrotten. Dadurch wird organisches Material in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt.
Die Österreichischen Gärtner empfehlen ebenfalls, Laub unter Bäumen und Sträuchern sowie in geeigneten Beeten liegen zu lassen, während Laub auf Rasenflächen entfernt werden sollte.
Das bedeutet aber nicht, dass im Beet möglichst viel Laub aufgeschichtet werden sollte. Eine lockere natürliche Laubschicht ist etwas anderes als eine dicke, dauerhaft nasse Schicht.
Bei empfindlichen oder besonders gepflegten Beetflächen sollte deshalb individuell beurteilt werden, wie viel Laub sinnvoll ist.
Ein Punkt, den viele Gartenbesitzer nicht wissen: Laub ist nicht gleich Laub.
Je nach Baumart kann es sich unterschiedlich schnell zersetzen. Deshalb kann es einen Unterschied machen, welche Bäume auf einem Grundstück stehen.
Einige Laubarten verrotten vergleichsweise schnell, während beispielsweise Eichen-, Kastanien-, Platanen- oder Walnusslaub langsamer abgebaut werden kann.
Besonders das Walnusslaub nimmt dabei eine gewisse Sonderstellung ein. Es enthält unter anderem Gerbstoffe und Juglon, wodurch die Zersetzung erschwert werden kann.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Walnusslaub grundsätzlich nicht kompostiert werden darf.
Wer größere Mengen Walnusslaub hat, kann es beispielsweise zerkleinern und mit anderem organischen Material beziehungsweise Strukturmaterial vermischen. So lässt sich die Kompostierung unterstützen. Auch die Fachinformationen des Kompostforums weisen ausdrücklich darauf hin, dass Walnusslaub bei richtiger Einbindung in den Rotteprozess kompostiert werden kann.
Das gleiche Prinzip gilt grundsätzlich auch für andere schwerer zersetzbare Laubarten: Zerkleinern und sinnvoll mischen kann den Rotteprozess unterstützen.
Herbstlaub lässt sich sinnvoll weiterverwenden.
Geeignetes Laub kann beispielsweise kompostiert werden. Wird es vorher zerkleinert, kann es schneller verrotten. Die Österreichischen Gärtner weisen darauf hin, dass sich Laub mit dem Rasenmäher zerkleinern und anschließend auf dem Kompost verwenden lässt.
Auch ein eigener Laubkompost kann eine interessante Möglichkeit sein. Aus dem vermeintlichen Gartenabfall entsteht mit der Zeit wertvolles organisches Material.
Wer genügend Platz im Garten hat, muss das Herbstlaub deshalb nicht automatisch als Abfall betrachten.
Auf Wegen, Zufahrten, Stufen und Hauseingängen ist die Situation eine andere.
Besonders nasses Laub kann auf glatten oder stark genutzten Oberflächen rutschig werden. Deshalb sollten solche Bereiche während des Herbstes regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden.
Das gilt nicht nur für private Wege. Gerade bei Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen können Eingangsbereiche, Gehwege, Zufahrten und andere gemeinsam genutzte Flächen betroffen sein.
Hier geht es deshalb nicht mehr nur um ein gepflegtes Erscheinungsbild, sondern auch um die sichere Benutzung der Außenflächen.
Unser Tipp: Bei starkem Laubfall lieber regelmäßig kleinere Mengen entfernen, anstatt zu warten, bis sich eine dicke Schicht gebildet hat.
Herbstlaub findet seinen Weg nicht nur auf Rasen und Wegen.
Blätter können sich auch an Abläufen, Entwässerungsrinnen oder anderen Stellen sammeln, an denen Wasser abfließen sollte. Eine regelmäßige Kontrolle kann deshalb gerade im Herbst sinnvoll sein.
Das ist besonders bei größeren Grundstücken und Wohnanlagen wichtig, wo viele Bäume in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden, Wegen und befestigten Flächen stehen.
Ein häufiger Fehler ist, im Herbst überall dieselbe Vorgehensweise anzuwenden.
Ein Rasen benötigt eine andere Behandlung als ein Staudenbeet. Ein Hauseingang wiederum hat andere Anforderungen als eine wenig genutzte Gartenecke.
Deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Bereiche eines Grundstücks getrennt zu betrachten:
Rasen:
Laub regelmäßig kontrollieren und eine geschlossene Laubschicht vermeiden.
Beete und Bereiche unter Sträuchern:
Eine lockere Laubschicht kann sinnvoll sein.
Gehwege, Stufen und Eingangsbereiche:
Regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf von Laub befreien.
Abläufe und Entwässerungsbereiche:
Auf Laubansammlungen achten.
Kompost:
Geeignetes Laub kann sinnvoll weiterverwendet werden.
Nicht jeder Garten muss im Herbst vollständig „aufgeräumt“ aussehen.
Eine bewusst angelegte, wenig genutzte Gartenecke kann beispielsweise Raum für Laub und andere natürliche Materialien bieten. Solche Bereiche können ökologisch wertvoll sein und verschiedenen Tieren und Kleinlebewesen Rückzugsmöglichkeiten bieten.
Das bedeutet natürlich nicht, dass überall Laub liegen bleiben sollte.
Vielmehr geht es um eine sinnvolle Aufteilung des Gartens: Dort, wo Ordnung, Pflege und Sicherheit wichtig sind, wird regelmäßig geräumt. Dort, wo ein natürlicher Bereich gewünscht ist, darf die Natur etwas mehr Raum bekommen.
Dafür gibt es keine allgemeingültige Zahl.
Entscheidend sind unter anderem:
Wie viele Bäume stehen auf dem Grundstück?
Wie stark fällt das Laub aktuell?
Wie groß ist die Rasenfläche?
Wie stark werden Wege und Eingänge genutzt?
Wie feucht ist die Witterung?
Handelt es sich um einen privaten Garten oder eine größere Wohnanlage?
Bei starkem Laubfall kann eine mehrmalige Reinigung während des Herbstes notwendig sein.
Gerade bei größeren Außenanlagen ist es daher sinnvoll, die Laubarbeiten nicht als einmalige Herbstaktion zu sehen, sondern als laufende saisonale Pflege.
1. Das gesamte Laub wird überall entfernt.
Nicht jedes Blatt muss aus jedem Beet verschwinden. In geeigneten Bereichen kann Laub sinnvoll sein.
2. Laub bleibt als geschlossene Schicht auf dem Rasen liegen.
Eine länger liegende, dichte Laubschicht kann den Rasen schwächen. Rasenflächen sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
3. Wege und Eingänge werden zu selten kontrolliert.
Gerade nasses Laub kann auf stark genutzten Flächen problematisch werden.
4. Laub wird einfach als Abfall betrachtet.
Geeignetes Laub kann kompostiert oder im Garten sinnvoll eingesetzt werden.
5. Es wird überall dieselbe Methode verwendet.
Rasen, Beete, Wege und Wohnanlagen benötigen unterschiedliche Pflege.
Sehen Sie das Herbstlaub nicht nur als zusätzliche Arbeit.
Laub gehört zum natürlichen Kreislauf eines Gartens. Die Kunst besteht darin, zu erkennen, wo es bleiben darf und wo es entfernt werden sollte.
Ein gepflegter Garten muss deshalb nicht überall vollständig laubfrei sein.
Viel wichtiger ist eine sinnvolle Kombination aus Gartenpflege, Sauberkeit und Sicherheit.
Gerade im Herbst lohnt sich deshalb ein Rundgang über das gesamte Grundstück:
Wie sieht der Rasen aus? Wo sammelt sich Laub? Sind Wege und Eingänge frei? Funktionieren Abläufe und Entwässerungsbereiche? Und gibt es Stellen, an denen das Laub bewusst als natürliche Schutzschicht bleiben kann?
So wird aus der jährlichen Laubarbeit eine durchdachte Herbstpflege – und der Garten ist gleichzeitig gut auf die kommende kalte Jahreszeit vorbereitet.

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